Neues Quartiersprojekt in Amberg Ammersricht-Wagrain macht vorhandene Stärken sichtbar, vernetzt Menschen und nimmt gemeinsam mit der Bevölkerung die Zukunft des Stadtteils in den Blick.
Was braucht ein Stadtteil, damit Menschen dort heute und auch in Zukunft gut leben können? Wo begegnen sie sich? Welche Strukturen tragen Nachbarschaft und Gemeinschaft? Was funktioniert bereits und was wird angesichts des demografischen und gesellschaftlichen Wandels in den kommenden Jahren gebraucht?
Mit diesen Fragen ist zum 1. Oktober 2026 das neue Quartiersprojekt in Ammersricht-Wagrain gestartet. Träger ist das Diakonische Werk Oberpfalz Mitte-Nord e. V. Gefördert wird das Projekt durch die Stiftung Deutsches Hilfswerk mit Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie. Die Evangelische Auferstehungsgemeinde unterstützt das Vorhaben von Beginn an, auch die Stadt Amberg ist als Kooperationspartnerin eingebunden.
Termin: Öffentliche Auftaktveranstaltung des Projekts
Wann: Sonntag, 25. Oktober 2026, 14 bis ca. 17 Uhr
Wo: Evangelisches Gemeindehaus, Dollackerstraße 27, Amberg
Wer: Alle Bewohnerinnen und Bewohner, Vereine, Einrichtungen und Interessierte, ausdrücklich auch Familien, Kinder, Jugendliche und Ältere
Bei den Stärken ansetzen, Zukunft gemeinsam gestalten
Quartiersentwicklung beginnt nicht mit einem fertigen Maßnahmenkatalog. Zunächst wird genau hingeschaut: Welche Einrichtungen, Vereine und Angebote gibt es schon? Wo treffen sich Menschen? Wer engagiert sich? In den kommenden Monaten werden Angebote und Einrichtungen erfasst, Akteurinnen und Akteure vernetzt und bei Ortsbegehungen die Wege, Treffpunkte und Orte des Stadtteils erkundet. Der Blick geht dabei ebenso nach vorn. Die Bevölkerung wird älter, Familien- und Lebensformen wandeln sich, und damit verändern sich auch die Ansprüche an Begegnung, Unterstützung, Mobilität und Teilhabe.
„Quartiersentwicklung beginnt für mich mit zwei Fragen: Was trägt diesen Stadtteil heute – und was braucht er morgen? Wir wollen sichtbar machen, was bereits da ist, Menschen und bestehende Strukturen besser miteinander verbinden und daraus gemeinsam entwickeln, was zu Ammersricht-Wagrain passt.“ Sarah Gallitzendörfer, Soziologin, verantwortlich für die Quartiersentwicklung.
Was entstehen kann
Welche Themen künftig im Mittelpunkt stehen, entscheiden die Menschen im Stadtteil selbst. Denkbar sind beispielsweise neue Begegnungsmöglichkeiten für unterschiedliche Generationen, Formen nachbarschaftlicher Unterstützung, gemeinsame Projekte von Vereinen und Einrichtungen oder Ideen, die Teilhabe und Lebensqualität im Alltag verbessern.
Entscheidend ist: Nicht das Projekt gibt vor, was Ammersricht-Wagrain braucht – die Themen entstehen aus den Erfahrungen, Wünschen und Ideen der Menschen vor Ort.
Dafür werden unterschiedliche Möglichkeiten zur Beteiligung geschaffen: persönliche Gespräche, ein Wunschbriefkasten, digitale Beteiligung über Social Media und später eine breiter angelegte Befragung.
Ein zentrales Format soll eine Zukunftswerkstatt werden. Dort können Bewohnerinnen und Bewohner, Vereine, Einrichtungen und weitere Akteurinnen und Akteure gemeinsam Zukunftsfragen diskutieren, Ideen entwickeln und an konkreten Lösungen für den Stadtteil arbeiten.
Auch der endgültige Name des Quartiersprojekts soll nicht vorgegeben, sondern gemeinsam im Quartier entwickelt werden.
Das Projektteam
Für die Quartiersentwicklung verantwortlich ist die Soziologin Sarah Gallitzendörfer. Sie steuert den Beteiligungsprozess, erfasst die Stärken und Bedarfe im Stadtteil und entwickelt mit den Menschen vor Ort die nächsten Schritte, bis hin zur Zukunftswerkstatt.
Bernhard Trummer ist als Ansprechpartner direkt im Quartier präsent. Er lernt Bewohnerinnen und Bewohner, Vereine und Einrichtungen kennen, ist vor Ort ansprechbar und begleitet die Umsetzung im Alltag.
Auf Seiten des Trägers begleitet Diakon Karl Rühl als Vorstand des Diakonischen Werks Oberpfalz Mitte-Nord e. V. das Projekt, Pfarrer Stefan Fischer und die Evangelische Auferstehungsgemeinde unterstützen den Aufbau. Das Evangelische Gemeindehaus in der Dollackerstraße 27 soll zu einer offenen Anlaufstelle und einem Ort der Begegnung werden. Die Quartiersarbeit selbst findet im gesamten Stadtteil statt, überall dort, wo Menschen leben und sich begegnen.
Erfahrung aus dem Steinwaldnetz
Erfahrungen bringt das Diakonische Werk bereits aus dem Steinwaldnetz mit. Dort wird Quartiersentwicklung im ländlichen Raum gemeinsam mit Gemeinden, Vereinen und Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt. Ein fertiges Modell wird jedoch nicht übertragen: Ammersricht-Wagrain soll seinen eigenen Weg gehen.
Öffentlicher Auftakt am 25. Oktober
Zum ersten großen gemeinsamen Treffen sind am Sonntag, 25. Oktober 2026, von 14 bis etwa 17 Uhr alle Bewohnerinnen und Bewohner, Vereine, Einrichtungen und Interessierte in das Evangelische Gemeindehaus eingeladen. Im Mittelpunkt stehen die Fragen: Was macht Ammersricht-Wagrain heute lebenswert? Was soll erhalten bleiben? Was fehlt? Welche Potenziale gibt es – und wie wünschen sich die Menschen ihren Stadtteil in Zukunft? Die Ergebnisse fließen unmittelbar in die weitere Quartiersentwicklung ein.
Ein lebenswerter Stadtteil entsteht dort, wo Menschen mitgestalten können, wie sie heute und morgen leben wollen.
Kontakt / Ansprechpartnerin
Sarah Gallitzendörfer
Quartiersentwicklung Ammersricht-Wagrain
Diakonisches Werk Oberpfalz Mitte-Nord e. V.
E-Mail: steinwaldnetz@diakonie-weiden.de
Telefon: 0157 540 026 86